Die Polizei lebt Integration (nicht)

Heute geht es mir um die Außendarstellung der Polizei an ihrem Parkhaus in Köln Kalk:

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Interessant wird das erste Foto für mich nur vor dem Hintergrund von allen anderen Fotos, die am selben Gebäude hängen:

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Das erste Bild zeigt vier Personen in Polizeiuniform. Viel mehr ist eigentlich nicht direkt sichtbar. Schon die Aussage, dass es sich um zwei Frauen und zwei Männer handelt ist eine Zuschreibung, die an dieser Stelle vielleicht aber nicht allzu gewagt ist. Ich gehe davon aus, dass das Bild und die Beschriftung in einem Zusammenhang stehen. Deshalb wird mit der Beschriftung “Wir leben Integration” m.E. auf ein weiteres „äußeres“ Merkmal verwiesen: einen Migrationshintergrund. Man könnte meinen, dass Integration auf die Differenzlinie Behinderung hinweist, das glaube ich aber in diesem Fall nicht. Einen Migrationshintergrund aufgrund äußerer Erscheinung zuzuschreiben ist problematisch, weil damit zugleich von einem homogenen Erscheinungsbild “einheimischer” Personen und einer Abweichung von diesem Bild ausgegangen wird.

Wichtig ist mir: Ich selbst würde die Zuschreibung von Migrationshintergrund an äußeren Merkmalen nicht vornehmen wollen. Mir geht es um die Konstruktion die hier vorgenommen wird. Dieser zufolge soll das Bild wahrscheinlich eine männliche und eine weibliche Person mit Migrationshintergrund darstellen.

Interessant ist das Bild jetzt im Vergleich zu allen anderen Bildern an diesem Gebäude. Hier tauchen Menschen, die phänotypisch einen Migrationshintergrund haben könnten (so schwierig eben diese Zuschreibung ist), auf keinem einzigen Bild mehr auf. 12 weitere Personen werden dargestellt und keine Einzige weist äußerlich auf einen Migrationshintergrund hin! Fünf Meter neben der Selbstdarstellung “wir leben Integration” ist von der gelebten Integration leider nichts mehr zu sehen. Peinlich.

Das lässt zu dem Schluss kommen, dass wir es bei der gelebten Integration der Polizei wohl eher mit einer gewünschten Außendarstellung, denn einer gelebten Praxis zu tun haben. Und das verweist auch darauf, dass es gesellschaftlich, politisch als angemessen oder notwendig gilt, Integration zu leben, dass es aber entgegen der Darstellung leider keine Realität ist.