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Institutioneller Rassismus

Oury Jalloh & institutioneller Rassismus

Der Asylbewerber Oury Jalloh aus Sierra Leone verbrennt 2005 im Polizeigewahrsam. Laut den Beamten habe er sich selbst angezündet, während er an Händen und Füßen gefesselt war. Allerdings zeigen Gutachten eindeutig, dass diese Version nicht stimmen kann. Bis heute scheitert die Justiz trotz mehrfacher Anläufe daran, den Fall aufzuklären.

Dass bis heute keine Aufklärung des Falls stattgefunden hat bzw. systematisch vermieden wurde zeigt, dass hier nicht einfach einzelne Personen Informationen zurückhalten, sondern Institutionen geschlossen zusammenarbeiten/-halten müssen. Genau deshalb ist die Bezeichnung des Institutionellen Rassismus angebracht.

Dass vor diesem Hintergrund aktuell (04.07.2020) Innenminister Seehofer nicht einmal eine wissenschaftliche Studie zu Rassismus bei der Polizei für angebracht hält (Quelle), bestätigt wohl nur, dass hier Aufklärung systematisch vermieden werden soll.

Podcast: Oury Jalloh und die Toten des Polizeireviers Dessau

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Zur umfassenden Darstellung des Falls von Oury Jalloh empfehle ich die fünfteilige Podcast-Serie von Margot Overath (WDR):

www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-tiefenblick/oury-jalloh/oury-jalloh-122.html

Die fünfteilige Feature-Serie dokumentiert die mühsame Suche nach der Wahrheit – über den Tod von Oury Jalloh und zwei weiterer Dessauer Bürger. Er zeigt auch, warum Opfer von Polizeigewalt häufig wenig Chancen haben, und wie Korpsgeist und falsch verstandene Loyalitäten in Strafverfolgungsbehörden zur Gefahr für den Rechtsstaat werden können. Die Autorin erzählt, wie aus einem Polizei- ein Justizskandal wurde, der mittlerweile die politische Ebene erreicht hat. Noch gibt es hierzulande Hoffnung auf späte Aufklärung. Sonst könnte sich bald der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit der Frage befassen, ob es in Deutschland eine zivilisatorische Lücke gibt, wenn es um „Opfer minderer Bedeutung“ geht.

Quelle: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/tiefenblick/polizei-dessau-oury-jalloh-100.html
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Tupodcast

Es gibt seit Kurzem einen neuen Podcast: Tupodcast – Gespräche unter Schwestern*, von Tupoka Ogette. In der Selbstbeschreibung heißt es:

Gespräche zwischen Schwarzen Frauen* übers (Über-)Leben, Lieben, Entdecken, (Er-) schaffen, (Er-) kämpfen, (Er)-erforschen Inspirieren und Schreiben. Über Widerstand und Heilung. Über Trauer und Hoffnung. Über Rassismus und Empowerment.

Bis zum heutigen Tag sind zwei Episoden erschienen, die ich beide richtig richtig gut finde und gerne weiterempfehlen möchte:

001 – Gespräch mit Katja Musafiri
Ein Gespräch über Beginn und Kontinuität. Über Freundschaft und schwesterliche Verbindungen. Über Rassismus und Empowerment. Über Ostdeutschland und ostafrikanische Väter.

002 – Gespräch mit Stephanie Cuff
Ein Gespräch über Erwachen und Empowerment. Über rassismussensible Therapie und Selbstfürsorge. Über Pathologisierung und Schule. Über Wut, Angst und einen Ankerstein.

Meines Erachtens bieten die aufgezeichneten Gespräche vor allem die Möglichkeit, zuzuhören und dadurch zu erfahren, was jene Schwarze Frauen*, die in Berlin leben, beschäftigt und welche Perspektiven sie auf bspw. ihr Studium und ihr Leben als politisierte Schwarze Frauen* in Deutschland haben und warum für Sie eine Organisation wie die „ISD – Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“ wichtig ist (erste Episode) oder aber bspw. kennen und verstehen zu lernen, warum eine rassismussensible Therapie wichtig ist und was das Spezifische hieran ist (zweite Episode).

Dabei werden zentrale Begriffe (wie bspw. Empowerment & PoC) erklärt, so dass der Podcast gerade auch für Personen geeignet ist, die sich bisher wenig mit Fragen von (strukturellem) Rassismus in Deutschland beschäftigt haben. Hierfür scheint mir das Format Podcast perfekt zu passen, weil es ja gerade ’nur‘ zulässt, zuzuhören und eben erst einmal nicht ermöglicht mit ‚ja, aber‘ in eine Abwehr zu gehen. Das ist sicherlich eine gute Möglichkeit, um andere Perspektiven besser verstehen zu lernen!

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Podcast von Kanackische Welle: White Privilege Check

Eine Empfehlung für eine Episode des Podcasts Kanackische Welle

Ein Podcast von zwei deutschen Journalisten mit palästinensischen Wurzeln über Popkultur, Rassismus, religiöse Spannungen und das Dasein als Kanacke im Westen.

Quelle

Folge 17 beschäftigt sich mit der Thematik White Privilege und kann hier angehört werden:

Weißsein heißt unsichtbar sein, der Standard sein. Das hat fatale Folgen für viele Menschen of Color, für Leute die nicht weiß sind. Ist es das gleiche wenn eine weiße Person in ein schwarzes afrikanisches Land geht, wie wenn eine Schwarze Person ein weißes europäisches besucht? Ist die Fremdmachung die gleiche? Natürlich nicht. Das und mehr beantworten wir in dieser Folge.

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Podcast Serie: 1619

In August of 1619, a ship carrying more than 20 enslaved Africans arrived in the British colony of Virginia. America was not yet America, but this was the moment it began. No aspect of the country that would be formed here has been untouched by the 250 years of slavery that followed. “1619,” an audio series hosted by Nikole Hannah-Jones, tells this story.
The “1619” audio series is part of The 1619 Project, a major initiative from The New York Times observing the 400th anniversary of the beginning of American slavery. For more about the project, visit nytimes.com/1619.

In der Podcast-Serie ‚1619‘ wird in der kommenden Zeit jede Woche eine neue Episode erscheinen. Hier gehts zur ersten Episode: The Fight for a True Democracy

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Podcasts zu „Rassendenken in der Wissenschaft“

Rassendenken Teil 1: Über die rassistischen Wurzeln von Wissenschaft

„Menschenrassen“ sind eine Erfindung. Doch diese Erkenntnis reicht offensichtlich nicht, um den Rassismus aus der Welt zu schaffen. Eine Mitverantwortung trägt ausgerechnet die Wissenschaft, auf deren Befunde sich Rassisten bis heute berufen. Welcher historische Hintergrund führte auf diesen Irrweg?
Von Lydia Heller und Azadê Peşmen