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schwuler Tatort

Dass der Express nicht gerade für Niveau steht, sollte bekannt sein. Hier der Beweis; eine „Schlagzeile“ von letzter Woche: tatort_wird_schwul Das Foto bildet die „Schlagzeile“ ab, die täglich aktuell an diesen Selbstbedienungskästen der Express außen dran hängt. Interessant ist aus meiner Perspektive vor allem, dass es für den Express so besonders ist, wenn der Tatort eine homosexuelle Filmcharaktere etabliert. Vergleicht man es mit anderen Schlagzeilen wird doch deutlich, dass es sich bei Schlagzeilen immer irgendwie um außergewöhnliche Ereignisse handelt. Etwas, von dem angenommen wird, dass es nicht zum Alltag gehört und, dass es für die Bevölkerung wichtig zu wissen wäre. Dass die Aussage „Kölner Tatort bleibt hetero“ keine Schlagzeile für den Express wäre ist im Umkehrschluss auch klar (siehe hierzu den Beitrag Sätze für Heteros). Und warum wird eigentlich der Tatort schwul, wenn eine neue Figur im Tatort homosexuell sein soll? Wird hier Homosexualität als ansteckende Krankheit gedacht, die sich direkt auf den ganzen Tatort auswirkt? Vor allem wird damit das übliche Bild transportiert: Homosexualität ist nicht normal. Homosexualität bedeutet Abweichung. Schaut man sich dann noch das Interview mit dem neuen Schauspieler an, der diese Figur spielt wird uns direkt auch noch ein Vorurteil serviert:

Express fragt: „Um die Gerüchte aufzugreifen: Ist Ihre Figur eigentlich schwul?“ Der Schauspieler antwortet: „Das ist angedacht, der Charakter ist halt hochsensibel, die Produktion hat das schon in diese Richtung gedacht.“ Quelle

Natürlich sind hochsensible Männer aus der Sicht des Schauspielers Patrick Abozen schwul, ist halt so. Denn Männer sind ja normalerweise stark und hart und dann heben auch heterosexuell. Das lehren ja auch die in der letzten Woche dargestellen sexistischen Motive von Sixt. Ein bisschen reflektierter dürfte man sich den neuen Schauspieler des Tators schon wünschen. Den Express eigentlich auch, aber da ist die Niveaulosigkeit ja Programm.