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Diskriminierung im Zusammenhang mit COVID-19

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes veröffentliche jüngst ein Papier zu „Diskriminierungserfahrungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise“ (Download als PDF).

Die vergangenen Monate haben deutlich gezeigt, dass eine Pandemie Deutschland auch vor Probleme und Herausforderungen im Hinblick auf den Diskriminierungsschutz stellt. Bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sind bereits 100 Beratungsfälle (Stand 20.04.20) zu Diskriminierungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus eingegangen. Als erste hatte sich Ende Januar eine Frau gemeldet, die wegen ihrer chinesischen Staatsangehörigkeit nicht mehr zum vereinbarten Kontrolltermin in die Arztpraxis kommen sollte. Dabei war sie nach eigenen Angaben seit Monaten nicht mehr in China gewesen.

Quelle, S. 1

Das kurze Papier der Antidiskriminierungsstelle nennt eine Reihe an konkreten Diskriminierungserfahrungen, die sich vor allem auf die Ethnische Herkunft, das Alter und auf Behinderung beziehen.

So zum Beispiel auch die Diskriminierung durch staatliche Stellen:

Auch staatliche Vorsichtsmaßnahmen können unverhältnismäßig und rassistisch diskriminierend sein. Das ist im Fall einer Studentin südkoreanischer Herkunft anzunehmen, die ihr Austauschjahr in Deutschland frühzeitig beenden musste und sich im Zug auf dem Weg zum Flughafen befand, um die Rückreise anzutreten. Obwohl sie dem Zugpersonal auf dessen Frage hin mitgeteilt hatte, sich vollkommen gesund zu fühlen, wurde sie von der Polizei aus dem Zug geholt. Sie wurde erneut befragt, ob sie krank sei oder Kontakt zu kranken Personen gehabt habe. Schließlich erschienen zwei Ärzte in Schutzausrüstung, die sie ebenfalls befragten. Die Studentin verpasste dadurch nicht nur ihren Zug, sie fühlte sich auch vor den Menschen auf dem Bahnsteig bloßgestellt, die die Szene neugierig beobachteten und sie sogar fotografierten. Eine Polizeikontrolle, die ausschließlich an äußere Merkmale anknüpft, ist verboten.

Quelle, S. 3

Ein Beispiel zur Diskriminierung im Kontext Behinderung:

Beispielhaft für den diskriminierenden Effekt, den auch Schutzmaßnahmen haben können, sei die Einkaufswagenpflicht genannt. In vielen Supermärkten dient sie dazu, den erforderlichen Abstand zwischen Personen zu gewährleisten. Wenn hier aber – wie ein Mann der Antidiskriminierungsstelle berichtete – keine Ausnahme für Menschen gemacht wird, die sich nur mit Gehhilfen und also nicht gleichzeitig mit einem Einkaufswagen fortbewegen können, ist dies rechtlich als Diskriminierung von Menschen mit Behinderung einzuschätzen.

Quelle, S. 4

Unter den Hashtags #ichbinkeinvirus und #CoronaRassismus wird auf diese diskriminierende Verknüpfung des Virus mit der ethnischen Herkunft aufmerksam gemacht:

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Vortrag „un/genügend fähig“ auf Youtube

Hier verlinke ich meinen Vortrag „un/genügend fähig. Zur Herstellung von Differenz im Unterricht inklusiver Schulklassen“. Ich habe ihn im Rahmen der Vorlesung „Heterogenität in der Sekundarstufe“ an der Universität Siegen (Prof.in Dr. Kathrin Racherbäumer und Vertr.Prof. Dr. Michael Meier) am 14.11.2019 gehalten.

In dem Vortrag fasse ich zentrale Erkenntnisse meiner Dissertation zusammen.

Die Publikation zur Studie steht im open access zum Download zur Verfügung.