Klassismus u. Jilet Ayse (Klassismus 2)

Im letzten Blogbeitrag zeigte ich auf, was Klassismus ist und welche Themen konkret dabei angesprochen werden.

Dass Klassismus sehr häufig in einen Zusammenhang mit Zuschreibungen ethnischer Zugehörigkeit stehen habe ich bisher nicht thematisiert. Das liegt vor allem daran, dass sich Cindy aus Marzahn nicht auf diese Verknüpfung von Ethnie und Klasse bezieht. Dass aber Zusammenhänge zwischen Unterschicht und bestimmten zugeschriebenen Ethnien vorgenommen werden zeigt uns beispielsweise dieses Zitat von Jürgen Rüttgers:

Jürgen Rüttgers (CDU, ehem. Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, 2009): “Im Unterschied zu den Arbeitnehmern hier im Ruhrgebiet kommen die in Rumänien eben nicht morgens um sieben zur ersten Schicht und bleiben bis zum Schluss da. Sondern sie kommen und gehen, wann sie wollen, und wissen nicht, was sie tun.” (Quelle)

Aber auch Thilo Sarrazin hat immer wieder die Unterschicht ethnisiert und dabei betont, dass bestimmte “Kulturen” aufgrund ihrer angeblichen Werte selbst daran Schuld seien zur Unterschicht zu gehören.

Ich möchte heute ein Video einer Künstlerin zeigen, die zwar aufgrund von äußerer Erscheinung, Soziolekt, Temperament etc. Klassismen bedient, zugleich aber auf einer inhaltlichen Ebene nicht so recht in dieses Bild passen will:

Die (mögliche) Irritation und damit m.E. schöne Intervention, die hier stattfindet, basiert darauf, dass aufgrund klassistischer Stereotype einer Person die kritische Auseinandersetzung hier mit dem Begriff “Asylbewerber” möglicherweise nicht zugeschrieben wird. Damit stellt sie Klassismen zugleich in Frage.

Wer mehr über das Thema lesen möchte: Hier ein Blog in dem in der Zeit von 2009 bis 2010 Beiträge zu Klassismus geschrieben wurden: http://klassismus.blogspot.de/