Wenn Algorithmen unabsichtlich diskriminieren

Es ist zentral, dass Intentionen keinesfalls eine notwendige Bedingung für Diskriminierung darstellen. Und so können eben auch Algorithmen systematisch bestimmte Personengruppen benachteiligen, auch wenn diese Benachteiligung nicht absichtlich programmiert wurde.

Für mehr Infos zu Ursache und Wirkung solcher Machine Biases empfehle ich zwei Quellen:

  1. Den Artikel über „Machine Bias“ bei der Verwendung von Software zur Bestimmung der Wahrscheinlichkeit zukünftiger Straftaten (von 2016).
  2. Und ganz aktuell den Netzpolitik Podcast 178: „Wenn Algorithmen unabsichtlich diskriminieren“ (auf Englisch).

Podcast Dokumentation: MEN

Eine sehr zu empfehlende 12-teilige Podcastserie über Männlichkeit vom Center for Documentary Studies der Duke University:

„What’s up with this male-dominated world? How did we get sexism, patriarchy, misogyny in the first place? How can we get better at seeing it, and what can we do about it? Co-hosts John Biewen and Celeste Headlee explore those questions and more.“

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Als Trans*person ins Schwimmbad

Diese Woche erreichte mich über einen Mailverteiler ein Aufruf zur Unterzeichnung eines offenen Briefs an die Betreibenden der Berliner Bäder.

Ich teile diesen Aufruf einerseits um ihn zu verbreiten und andererseits um zu verdeutlichen, wie gewaltsam wir uns in dieser Gesellschaft an die Idee der eindeutigen Zweigeschlechtlichkeit klammern. Zum Inhalt des offenen Briefs (gekürzt):

„Am Dienstag, den 03.11.2015 besuchte eine Schwarze Trans* Person um 11 Uhr in Begleitung einer Person das Stadtbad Neukölln. Beide Personen entschieden sich entsprechend ihrer Positionierung, aber auch, weil keine anderen Möglichkeiten vorhanden sind, den Frauenbereich der Umkleidekabinen zu nutzen. In der Umkleidekabine kam es zu sich wiederholenden und erheblichen An- und Übergriffe durch anwesende Badegäste.
Es handelte sich hierbei um die Erzieherin einer Kita-Gruppe, welche das Stadtbad Neukölln ebenfalls nutzte. Die Schwarze Trans* Person wurde von der Erzieherin darauf hingewiesen, sich in der “falschen” Umkleidekabine zu befinden und aufgefordert, diese umgehend zu verlassen. Nachdem die Schwarze Trans* Person sich gegenüber der Erzieherin mehrmals positionierte und auf ihr Recht, sich in dieser Umkleidekabine aufzuhalten und diese nutzen zu dürfen, aufmerksam machte, wurde sie von der Erzieherin körperlich daran gehindert die Tür der Einzelumkleidekabine zu schließen. Die Erzieherin begann des weiteren die Schwarze Trans* Person zu beleidigen, zu beschimpfen und anzuschreien. Darüber hinaus wurde die Schwarze Trans* Person von der Erzieherin immer wieder als „junger Mann“ bezeichnet und als eine Gefährdung für die anwesenden Kinder dargestellt, was zu keinem Zeitpunkt gegeben war, da diese lediglich versuchte, das Angebot des Schwimmbades zu nutzen.“ (Quelle)

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Rollen im Auto

Wenns ums Auto geht, sind die Rollen (vermeintlich) geklärt. In der Kleinfamilie fährt? Der Mann! Daneben sitzt? Die Frau! Und die Kinder? Sitzen hinten! Was für Kinder? Natürlich ein Mädchen und ein Junge! Und was machen die Kinder hinten im Auto? Nörgeln! Und wer ist fürs Nörgeln bzw. die Erziehung der Kinder zuständig? Die Frau! Und wer hat einen schlechten Orientierungssinn? Die Frau! Alles klar… Zumindest für die Autowerbung:

https://www.youtube.com/watch?v=rpj3lD2QDRY

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