Schwester & Doktor

zu Weihnachten gab es folgendes Geschenk für das Kind einer befreundeten Familie:

In dem Koffer befinden sich auch Aufkleber, die mit Namen beschriftet und zum Spielen auf die Kleidung geklebt werden können:

Zur Auswahl steht: Schwester sein oder Doktor sein.

Warum ist das erwähnenswert? Weil hier nicht einfach zwei gleichwertige Rollen zum Spielen vorgegeben werden, sondern diese Rollen in der Medizin mit sehr unterschiedlichem Prestige und Einkommen versehen sind. Problematisch ist nun, dass diese beiden Rollen hier per Geschlecht zugeordnet werden:

Männlich = Doktor = Prestige = höheres Gehalt.
Weiblich = Schwester = weniger Prestige und geringes Gehalt.

Hier wird nicht lediglich ein Angebot gemacht, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen. Hier wird vorgegeben, welche gesellschaftliche Erwartung mit der geschlechtlichen Positionierung einhergeht! Männer studieren und werden ‚Doktor‘, Frauen machen eine Ausbildung zur Krankenschwester.

Vor dem Hintergrund dieses Rollenangebots ist es mindestens unwahrscheinlich, dass Mädchen im Spiel selbstverständlich die Rolle ‚des Doktors‘ einnehmen wollen. Geht man davon aus, dass Kinder gesellschaftliche Erwartungen und Normalitätsvorstellungen auch ‚im Spiel‘ erlernen, wird deutlich, wie hier einmal mehr eine Hierarchie zwischen den Geschlechtern erlernt und reproduziert wird.

Rollen im Auto

Wenns ums Auto geht, sind die Rollen (vermeintlich) geklärt. In der Kleinfamilie fährt? Der Mann! Daneben sitzt? Die Frau! Und die Kinder? Sitzen hinten! Was für Kinder? Natürlich ein Mädchen und ein Junge! Und was machen die Kinder hinten im Auto? Nörgeln! Und wer ist fürs Nörgeln bzw. die Erziehung der Kinder zuständig? Die Frau! Und wer hat einen schlechten Orientierungssinn? Die Frau! Alles klar… Zumindest für die Autowerbung:

Rollen im Auto weiterlesen

Kampagne gegen geschlechtsdiskriminierende Werbung

Ich stieß auf eine Kampagne die ein Verbot von geschlechtsdiskriminierender Werbung fordert. Ich halte die Kampagne für sehr gut aufbereitet und möchte gerne ein paar der Überlegungen wiedergeben. Kampagne gegen geschlechtsdiskriminierende Werbung weiterlesen

Sätze für Heteros

Ich hatte mir vorgenommen auch stärker Gesprächsausschnitte aus dem Alltag zu posten. Damit will ich heute starten. Diesmal zum Thema Hetero- bzw. Homosexualität.

Exemplarisch folgender Satz: „Mein Onkel ist auch schwul, ich hab da kein Problem mit.“ Klingt soweit ja ganz unspektakulär. Ist es aber genauso wahrscheinlich, dass zu jemand der folgende Satz gesagt wird? „Mein Onkel ist auch hetero, ich hab da kein Problem mit.“ Sätze für Heteros weiterlesen