Tupodcast

Es gibt seit Kurzem einen neuen Podcast: Tupodcast – Gespräche unter Schwestern*, von Tupoka Ogette. In der Selbstbeschreibung heißt es:

Gespräche zwischen Schwarzen Frauen* übers (Über-)Leben, Lieben, Entdecken, (Er-) schaffen, (Er-) kämpfen, (Er)-erforschen Inspirieren und Schreiben. Über Widerstand und Heilung. Über Trauer und Hoffnung. Über Rassismus und Empowerment.

Bis zum heutigen Tag sind zwei Episoden erschienen, die ich beide richtig richtig gut finde und gerne weiterempfehlen möchte:

001 – Gespräch mit Katja Musafiri
Ein Gespräch über Beginn und Kontinuität. Über Freundschaft und schwesterliche Verbindungen. Über Rassismus und Empowerment. Über Ostdeutschland und ostafrikanische Väter.

002 – Gespräch mit Stephanie Cuff
Ein Gespräch über Erwachen und Empowerment. Über rassismussensible Therapie und Selbstfürsorge. Über Pathologisierung und Schule. Über Wut, Angst und einen Ankerstein.

Meines Erachtens bieten die aufgezeichneten Gespräche vor allem die Möglichkeit, zuzuhören und dadurch zu erfahren, was jene Schwarze Frauen*, die in Berlin leben, beschäftigt und welche Perspektiven sie auf bspw. ihr Studium und ihr Leben als politisierte Schwarze Frauen* in Deutschland haben und warum für Sie eine Organisation wie die „ISD – Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“ wichtig ist (erste Episode) oder aber bspw. kennen und verstehen zu lernen, warum eine rassismussensible Therapie wichtig ist und was das Spezifische hieran ist (zweite Episode).

Dabei werden zentrale Begriffe (wie bspw. Empowerment & PoC) erklärt, so dass der Podcast gerade auch für Personen geeignet ist, die sich bisher wenig mit Fragen von (strukturellem) Rassismus in Deutschland beschäftigt haben. Hierfür scheint mir das Format Podcast perfekt zu passen, weil es ja gerade ’nur‘ zulässt, zuzuhören und eben erst einmal nicht ermöglicht mit ‚ja, aber‘ in eine Abwehr zu gehen. Das ist sicherlich eine gute Möglichkeit, um andere Perspektiven besser verstehen zu lernen!

Ringvorlesung INTERSECTIONAL an der Uni Köln

Gerne weise ich auf eine Ringvorlesung an der Universität zu Köln hin, die sich dem Thema Intersektionalität widmet:

Die Ringvorlesung wendet sich an interessierte Personen sowie fakultätsübergreifend an alle Universitätsangehörigen, die sich für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Ungleichheiten und Machtverhältnissen interessieren. Für die unterschiedlichen theoretischen und epistemologischen Perspektiven sind Referent*innen eingeladen worden, die einen analytischen Blick auf ihre Disziplinen/Felder werfen. Diese postkolonialen Blickwinkel (in welchen intersektional Ungleichheiten sichtbar werden) sollen gleichzeitig dazu dienen Wertschätzung von personeller Vielfalt und Gerechtigkeit an der Universität zu betrachten. Dadurch werden auch gleichzeitig (wissenschaftliche) Blickwinkel erweitert und geschärft. Voraussetzung dafür ist Offenheit für das Eintreten aller Teilnehmer*innen in einen intersektionalen Dialog, der aus der Veranstaltungsreihe in die eigenen Arbeits- und Lebensbereiche weitergetragen werden kann.

Gemeinsam mit Magdalena Kißling (UzK), Sabine Dael (TH Köln) und Muriel Gonzalez Athenas (RU Bochum) gebe ich im Rahmen dieser Ringvorlesung am 19.10.2019 auch einen Workshop zu „Intersektionalität und Gleichstellung“.

Hier gehts zum Programm-Flyer (PDF) mit weiteren Infos

Sich einschreiben in die Welt

Zur Funktion von Posts:

… Man denke zum Beispiel an die milliardenfach produzierten Abfolgen von Statusupdates, in der mal ein Hinweis auf ein interessantes Video, mal ein eigenes Foto … oder sonst etwas veröffentlicht wird. Solche Verfahren des Sich-Einschreibens in die Welt durch Hinweisen, Verbinden und Verändern werden angewandt, um durch das eigene Handeln in der Welt Bedeutung zu schaffen und um sich selbst in ihr zu konstituieren, für sich und für andere. In einer Kultur, die sich zu einem nicht unbeachtlichen Teil in mediatisierter Kommunikation manifestiert, muss sich jeder durch solche Akte selbst konstituieren, und sei es nur durch ein ‚Selfie‘. Dies nicht zu tun würde zu Unsichtbarkeit und Vergessen-Werden führen.

Stalder, Felix (2016): Kultur der Digitalität. Berlin, Suhrkamp. S. 123

Sensitivity Reading: Diskriminierung abbauen, Repräsentation stärken

Meine exemplarischen Analysen von Produkten und Außendarstellungen in diesem Blog sind eine Form des sensitivity reading. siehe bspw.: Rassistische Mode bei H&M oder Schwarz/Weiß im Fokus

Was ist die Idee von Sensitivity Reading? Sensitivity readers sind Personen, die vor der Veröffentlichung von (zumeist) Büchern hinzugezogen werden, um diese hinsichtlich eines un/angemessen Umgangs mit Diversität zu prüfen. Geschaut wird nach stereotypen oder diskriminierenden Darstellungen von Charakteren bzw. Personengruppen. Auf Basis ihrer Analysen beraten sensitivity readers zu einer angemesseneren Repräsentation von Charakteren und Gruppen.

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